
- Asiatischer Gewürzbasar - Wolfgang Reuter
Bei den Briten, die langjährige Kolonialmacht in Indien waren, steht die Bezeichnung Curry für zwei Bedeutungen. Zum einen für eine indische Gewürzmischung, das Currypulver, zum anderen für Currygerichte.
Was ist Curry?
Zunächst: Curry ist kein Gewürz, sondern eine Gewürzmischung. Die kann rund ein Dutzend feingemahlene Gewürze, Kräuter und Samen enthalten. Mal einige weniger, mal auch mehr. Hauptbestandteil ist das Kurkuma, auch Gelbwurz genannt. Es verleiht dem Currypulver seine markante gelbe Farbe und seinen erdigen Geschmack. Hinzu kommen, je nach Mischung, Gewürznelken, Ingwer, Kardamom, Kreuzkümmel, Koriander, Muskat, Piment, Zimt, Paprika, Chili, Knoblauchpulver oder Senfkörner.
Curry gibt es in zahllosen Varianten
Was bei uns im Supermarkt im Gewürzstreuer als Curry angeboten wird, hat damit wenig zu tun, es ist eher ein Abklatsch. Häufig bereiten die indischen Haushalte ihre Gewürzmischung individuell zu - passend zum geplanten Curry-Gericht. Wer einmal über einen asiatischen Gewürzbasar streichen konnte, mag sich an die Vielzahl der Gewürze und Curry-Varianten erinnern. Curry ist nicht gleich Curry. Es wird in vielfältigen Varianten angeboten: als milde, schärfere oder richtig scharfe Mischung; für bestimmte Gerichte als Fisch-, Geflügel-, Rindfleisch- oder Gemüse-Curry. Die Aufzählung ist nicht abschließend.
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Curry-Gerichte - die deutsche Curry-Wurst gehört nicht dazu
In Indien dominieren Geflügel- und vegetarische Gemüse-Currys, daneben solche mit Fisch oder Hammelfleisch. Für die beiden großen Religionsgruppen gelten bestimmte Nahrungs-Tabus. Hindus essen kein Rind-, Moslems kein Schweinefleisch. Strenggläubige Hindus verzichten auf jeglichen Fleischkonsum. Daher sind, vor allem in Süd-Indien, Gemüse-Currys weit verbreitet. Die sollten aber auch Fleischesser probieren, meist sind sie vorzüglich (Rezepte).
Vor allem im tropischen Süden werden die Curry-Gerichte gerne mit Kokos-Paste verfeinert (Coconut-Curry). Sie erhalten dadurch eine fruchtige Note und die Schärfe wird abgemildert.
Indien gilt wie viele asiatische und südostasiatische Länder als Nation von Reisessern. Entsprechend weit verbreitet ist daher zum Curry-Gericht die Sättigungsbeilage Reis. In Nord-Indien werden als Beilage aber auch gerne indische Brote (Fladenbrote) wie Chapatti oder Naan verzehrt. Im Norden ist im Gegensatz zum Süden der Anbau von Weizen möglich.
Vor allem in einfachen Restaurants wird das Essen gerne lustvoll mit den Fingern in den Mund transportiert. Dies allerdings nur mit der rechten Hand - die linke ist für das Gegenteil zuständig und hat daher auf dem Esstisch nichts zu suchen.
Die Gewürzmischung Curry gibt es auch als Paste
Auch in der thailändischen Küche haben Curry-Gerichte einen hohen Stellenwert. Dies gilt auch für andere südostasiatische Länder. Allerdings verwenden die Thais statt Curry-Pulver gerne eine Curry-Paste. Deren Zusammenstellung ist ebenfalls sehr vielfältig und abwechslungsreich. Es gibt grüne, gelbe und rote Pasten. Gerne werden im tropischen Thailand die Curry-Gerichte mit Kokoscreme verfeinert. Unentbehrliche Grundlage für ein Thai-Curry sind Sojasauce und Nam Pla, eine würzige Fischsauce.
